Alexander-Hamilton-Museum Christiansted, St. Croix

Amerikas erster Finanzminister Alexander Hamilton (1775-1804)
Alexander Hamilton (1775-1804), erster Finanzminister der USA unter George Washington, verbrachte einen Teil seiner Jugend in Christiansted auf St. Croix. Bild: Everett Historical / Shutterstock.com

Auf St. Croix schreiten die Planungen zum Aufbau eines Alexander-Hamilton-Museums weiter voran. Alexander Hamilton (1757-1804), erster Finanzminister der USA, gilt als einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten und verbrachte einen Teil seiner Kindheit auf St. Croix. Am 30. März dieses Jahres wurde bereits der geplante Standort des Museums im historischen Compagniequartier von Christiansted vorgestellt. Das künftige Alexander Hamilton & Caribbean History Museum soll demnach auf einem Grundstück an der Hospital Street entstehen. Dem geplanten Baugelände ist die ehemalige dänisch-lutherische Kirche von Christiansted unmittelbar benachbart; wenige Schritte entfernt befindet sich zudem das bekannteste Bauwerk der ehemaligen Hauptstadt von Dänisch-Westindien: Fort Christiansværn.

Alexander-Hamilton-Museum: Affiliierung mit Smithsonian-Institut

Die Organisatoren des Projektes wollen in den kommenden Monaten nun auch einen ersten Architektenentwurf präsentieren. Des Weiteren bemühen sich die Initiatoren, für das avisierte Museumsprojekt den Status eines sogenannten „Smithsonian Affiliates“ zuerlangen; gelingt die Anerkennung, wäre das künftige Alexander-Hamilton-Museum in Christiansted einer von US-weit 200 Kooperationspartnern des renommierten Smithsonian-Instituts in Washington.

Einer der populärsten Gestalten der frühen US-Geschichte

Von dem geplanten Hamilton-Museum im Christiansted Historic District erhofft sich der örtliche Förderkreis aus Wirtschaft und Politik einen weiteren Schub für den Tourismus auf St. Croix. Hamilton ist einer der populärsten Gestalten der frühen US-Geschichte. 1757 auf dem britischen Pflanzereiland Nevis geboren, kam Alexander Hamilton 1765 nach St. Croix. Die Antilleninsel war erst 1733 den dänischen Besitzungen in Westindien angeschlossen worden, erlebte in der Folgezeit jedoch einen raschen Aufstieg zu einem der bedeutendsten Zucker- und Baumwollproduzenten der östlichen Karibik.

St. Croix und Dänisch-Westindien

Die wachsende Bedeutung Christiansteds als zentralem Handelsplatz und seit 1754 auch als Residenz des Gouverneurs von Dänisch-Westindien zog seinerzeit viele Kolonisten auf die Insel. Darunter vielfach auch Kaufleute, Handwerker und Abenteurer aus den übervölkerten britischen Pflanzerkolonien der Karibik. Bereits am Vorabend des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges spannte sich St. Croix’ Handelsnetz über Westindien und Dänemark hinaus bis in die Hafenmetropolen Neuenglands und des amerikanischen Südens.

Von Christiansted nach New York

Alexander Hamilton war schon als Jugendlicher für ein New Yorker Handelshaus in Christiansted tätig. 1772 wurde der erst 15-jährige Hamilton mit Unterstützung örtlicher Kaufmannskreise zur Ausbildung in die nordamerikanischen Kolonien entsandt. Dort schloss sich Hamilton bald der örtlichen Patriotenbewegung an und machte nach dem Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges rasch Karriere in der Kontinentalarmee; zwischen 1777 und 1781 diente Hamilton schließlich sogar als Adjutant im Stabe George Washingtons.

Hamilton als Finanzminister unter Washington

Die enge Beziehung zu Washington und der künftigen politischen Elite der jungen Republik brachten Hamilton 1784 sodann in das Amt des Finanzministers der USA; mit gerade einmal 32 Jahren. Alexander Hamilton gilt als Begründer des nationalen Finanzsystems der USA und als früher Verfechter einer starken Zentralregierung. 1804 wurde Hamilton bei einem Duell mit einem politischen Rivalen erschossen.

Hamiltons Geburtshaus in Charlestown, Nevis

Das geplante Alexander Hamilton & Caribbean History Museum in Christiansted wäre die zweite museale Gedenkstätte in der Karibik, die dem Leben von Amerikas erstem Finanzminister gewidmet ist: Hamiltons 1680 errichtetes Geburtshaus in Charlestown, Nevis, beherbergt bereits seit vielen Jahren ein kleines Museum; in dem historischen Gebäude hält zudem das lokale Inselparlament von Nevis seine Versammlungen ab.