CARIFORT: EU-Förderung für karibische Forts

Das karibische Fort Brimstone Hill, St. Kitts
Blick über die Festungsmauer des karibischen Forts Brimstone Hill auf St. Kitts; Urheber: wirepec / 123RF Lizenzfreie Bilder

Mehrere karibische Forts im Antillenraum erhalten künftig Fördergelder aus der Europäischen Union. Dies haben Vertreter der Region Guadeloupe und weiterer französischer Überseegebiete in der Karibik bei einem Treffen Ende Mai in Gosier entschieden. Gelder aus dem Strukturförderprogramm Interreg Caraïbes für 2014-2020 fließen dabei konkret dem karibikweiten Kooperationsnetzwerk CARIBFORT zu.

Karibische Forts und der Tourismus

Das Kooperationsprojekt CARIFORT wurde 2010 in Basse-Terre, Guadeloupe, initiiert und im Mai 2012 durch eine internationale Charta bekräftigt. Darin verpflichteten sich Unterzeichner aus mehreren karibischen Staaten und Territorien zur Pflege und Vermarktung ihres gemeinsamen militär- und marinegeschichtlichen Erbes. Besondere Synergieeffekte für den regionalen Tourismus soll dabei längerfristig eine internationale Reiseroute befördern, die historische Festungsanlagen auf den Großen und Kleinen Antillen verbindet.

Das Kooperationsnetzwerk CARIFORT

In dem Kooperationsnetzwerk CARIFORT haben sich Stiftungsverwaltungen historisch bedeutsamer Festungsbauwerke aus dem gesamten Antillenraum zusammengeschlossen. Teil des CARIFORT-Netzwerkes sind unter anderem historische Verteidigungsanlagen auf Martinique, Guadeloupe, Antigua, Sint Eustatius, St Kitts, Puerto Rico, Kuba und Haiti. Einige dieser geschichtsträchtigen Bauwerke befinden sich bereits auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO, darunter die ehemals britischen Militäranlagen Brimstone Hill auf St. Kitts und Nelson’s Dockyard auf Antigua; sowie die einstigen spanischen Kastelle von San Juan auf Puerto Rico.

Strukturförderung für die Karibik

Das Wirtschaftsförderungsprogramm Interreg Caraïbes wird durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung kofinanziert und dient der Unterstützung von Entwicklungsprojekten in der gesamten Karibik, insbesondere jedoch den französischen Überseegebieten der Region. Das Gesamtbudget des INTERREG-Programms für die Karibik liegt bei 85,7 Mio. Euro und wird durch das französische Überseedépartement Guadeloupe verwaltet.

Bei den Beratungen Ende Mai auf Guadeloupe nahmen auch Vertreter der Gebietskörperschaften von Martinique, Sainte-Martin und Französisch-Guyana teil; desgleichen Delegierte der EU und einer Reihe internationaler karibischer Organisationen wie der CARICOM und der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS). Insgesamt wurden in Gosier elf Strukturförderungsprojekte für das INTERREG-Programm ausgewählt; neben dem Tourismussektor schwerpunktmäßig Projekte aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Umwelt und Verkehr.